Stellungnahme zu „Der scharfe Unterschied“ in „test 12/2014“

Kennen Sie den Spruch „Traue keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast“?
So schaut es auch mit Produkttests aus: Traue keinem Test, bei dem Du nicht selbst die Test-Parameter festlegst. Einerseits ist der Warentest objektiv, doch durch die Auswahl/Gewichtung der Parameter sowie Testanordnung ist das Ergebnis natürlich beeinflussbar.

In Kontinentaleuropa sind die beiden großen Testorganisationen für Verbraucher die „Stiftung Warentest“ und die schwedische „Testfakta“. Beide testen nach gleichen ISO- Regeln (International Standard Organisation), gewichten jedoch anders und ergänzen Kriterien. Selbst bei dem gleichen Testinstitut ändern sich die Testparameter.

Ein Paradebeispiel ist die HAIKU Messer Serie. 2008 untersuchte die Stiftung Warentst das HAIKU Santoku, 2014 das HAIKU Damascus Santoku Messer. Beide haben einen fast identischen Griff. Während 2008 der Griff in der Ergonomie gut abschnitt, war er 2014 nur noch befriedigend. Auch wurde 2014 bemängelt, dass das Messer schwer zu reinigen sei. 2008 war noch alles gut. Sogar so gut, dass die Stiftung diese Messer als Muster für einen späteren Test von Schleifsteinen (1/2010) bei uns bestellte. Die Stiftung Warentest testete Küchenmesser 1/2008 und 12/2014 und Testfakta in 3/2011).

Wichtig bei einem Messertest ist die Schneidleistung. Die ist bei unseren Messern in allen drei Tests immer mindestens GUT gewesen. Gefolgt von der Schnitthaltigkeit. Wirklich wichtig für den Kunden ist auch das leichte Nachschleifen mit dem Stein, was leider gar nicht berücksichtigt wird. Unsere Messer sind ja speziell so konstruiert, dass man sie besonders leicht und schnell nachschleifen kann. Wie ich meine, ein großes Plus. Viele Modelle vom Wettbewerbern sind da anders aufgebaut.

Wenn ich die Test-Parameter bestimmen dürfte? Klar, dann würden wir wohl immer Erster im Test sein! Aber auch so gewinnen wir einstweilen, wie 2008 (zusammen mit einem Kollegen, plus den 2. Platz), mal sogar klarer Sieger (2011) und sind 2014 zwar in der Kategorie Kochmesser mit type 301 genauso scharf und genauso schnitthaltig wie das Sieger-Messer, aber angeblich nicht so korrosionbeständig und schwerer zu reinigen.

Kennen Sie das type 301? Es ist ein Ganzstahlmesser, ohne Ritzen und Kanten.
Dieses sollt schwerer zu reinigen sein als ein Wettbewerber mit Kunststoffgriff…?

Die Korrosionsbeständigkeit ist ein diffiziles Thema. Ein Messer korrodiert, wenn man es in der Spüle liegen lässt, nach der Arbeit nicht von Resten befreit, nicht abspült und abtrocknet. Ein Stahl mit höherem Kohlenstoffgehalt korrodiert viel schneller als ein billiger Chromstahl, wie er z.B. für Besteck benutzt wird. Für Messer wäre dieser Stahl wegen der mangelnden Härte jedoch nicht zu empfehlen. Da er billig ist, gibt es viele Messerklingen mit diesem besonders rostfreien Stahl. Dieser Stahl schneidet dann im Test gut ab.

Wir wollen uns über die Tests nicht beschweren. Wenn wir sie gewinnen, dann reden wir – wie unsere Kollegen auch – sehr gerne darüber. Wennn wir nicht Erster sind, dann war natürlich der Test dran Schuld. Und, ganz ehrlich: Da ist auch etwas Wahres dran.

Doch so ein Test ist auch immer ein Ansporn. Wir werden die Resultate mit unseren Lieferanten besprechen und schauen, ob man nicht doch noch etwas verbessern kann. Und in der Tat findet sich meist noch etwas Sinnvolles, so dass man im nächsten Test – wenn die Parameter stimmen – eher auf das Siegerpodest kommt.

Wenn wir eine Messerserie für uns aussuchen und bei uns aufnehmen, dann testen wir diese Messer vorher ausgiebig, auch mit befreundeten Köchen. Und die von uns vertriebenen Messer suchen wir nicht für lieblose Gelegenheitsköche aus, sondern für Menschen, die gerne selbst Speisen zubereiten und dafür professionelle, durchdachte Messer wünschen.

Herzlichst, Ihr

Christian Romanowski, Inhaber von kochmesser.de

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